Jun.-Prof. Dr. Matthias Grotkopp

Matthias Grotkopp

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Koordination Multimedia Publishing und Digital Humanities Projekte

Adresse
Seminar für Filmwissenschaft
Kolleg-Forschungsgruppe Cinepoetics
Grunewaldstr. 35
Raum 126 (Anbau)
12165 Berlin

Projektbeschreibung: Crime/Work/Art. Poetik des heist films

Das Projekt fragt aus genrepoetologischer Perspektive danach, wie ein eigenständiger Diskurs filmischer Bilder gefasst werden kann: Die Kernthese ist, dass das Genre des heist films spezifische Erfahrungen von Prozessformen, Antinomien und Aporien des Arbeitens und Machens und deren Implikationen für die Imagination soziokultureller Gefüge medial gestaltet. Es soll gezeigt werden, inwiefern die historischen und transkulturellen Verzweigungen des heist films – zwischen klassischen, New und aktuellem Hollywood, britischem, französischem, japanischem, deutschem, lateinamerikanischem etc. Kino –die Veränderungen, Brüche und Krisen urbaner Gesellschaften und ihrer Verhältnisse zu Arbeit, Konsum, Zeit und Raum erfahrbar machen.

Dabei beziehen die Filme nicht nur ihre dargestellten Figuren und Handlungen auf gesellschaftlich vorfindliche Sachverhalte, sondern sie gestalten in den konkreten filmischen Modulationen des Wahrnehmens, Denkens und Fühlens einen genuin eigenen Diskurs, lassen sie sich als widerstreitende Entwürfe beschreiben, sich auf eine gemeinsam geteilte Wirklichkeit zu beziehen. Die Filme generieren Formen der Verortung in einem historischen, kulturellen und sozialen Erfahrungsraum, indem sie filmische Bilder hervorbringen, die sich auf andere filmische Bilder und ihre Erfahrungswirklichkeiten beziehen.

Matthias Grotkopp war ab November 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und ist seit Juni 2017 Juniorprofessor für Digital Film Studies an der Kolleg-Forschungsgruppe "Cinepoetics – Poetologien audiovisueller Bilder“. Nach dem Studium der Film- und Theaterwissenschaft (2004 – 2009) an der Freien Universität Berlin und an der Sorbonne Nouvelle (Paris III) war er Mitarbeiter am SFB 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ im Projekt „Die Politik des Ästhetischen im westeuropäischen Kino“ und beteiligte sich an den Projekten „Affektmobilisierung und mediale Kriegsinszenierung“ (Exellenzcluster „Languages of Emotion“) und „Inszenierungen des Bildes vom Krieg als Medialität des Gemeinschaftserlebens“ (DFG-Projekt).

Von 2010 bis 2014 war er Stipendiat an der Graduiertenschule des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“ und verfasste seine Dissertation mit dem Titel „In der Anklage der Sinne. Filmische Expressivität und das Schuldgefühl als Modalität des Gemeinschaftsempfindens“ (summa cum laude).

SoSe 2010

Der Hitler-Baader-Mielke-Komplex. Ein neuer deutscher Historienfilm? (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Michael Lück)

Die Politik des Gespenstischen. Vortrag im Rahmen der Vorlesung „Das deutsche Gegenwartskino“ (Konzeption: Prof. Dr. Hermann Kappelhoff und Dr. Daniel Illger, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)


WS 2010/11

Ways of making sense together – Cavell, Kino und Gemeinsinn (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Prof. Dr. Hermann Kappelhoff)


SoSe 2011          

Crime does not pay. Das Verbrechen als Feld kinematografischer Konfigurationen (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Michael Lück)


WS 2011/12      

„Survival of Spaceship Earth“. Audiovisuelle Rhetoriken der Umweltsünde (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Michael Lück)

„There’s still crime in the city“. The Wire als Netzwerkanalyse in Raum und Zeit. Vortrag im Rahmen der Vorlesung „Genre und Serie“ (Konzeption: Jun.-Prof. Thomas Morsch, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)


WS 2012/13      

Einführung in die Filmanalyse (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Michael Lück)

„Charlie don’t surf“ – Der Vietnamkrieg in Film und Fernsehen (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Tobias Haupts und Eileen Rositzka)


SoSe 2013          

Genre und Gemeinsinn (Vorlesung, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Prof. Dr. Hermann Kappelhoff und Michael Lück)


WS 2013/14      

Genre und Gemeinsinn II (Vorlesung, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Prof. Dr. Hermann Kappelhoff und Michael Lück)         


SoSe 2014          

Genre und Geschichte (Vorlesung, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Prof. Dr. Hermann Kappelhoff und Michael Lück)


WS 2014/15      

Einführung in die Filmgeschichte (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Körper, Raum, Gemeinschaft: Der Pirat (HS, FU Berlin, Institut für Theaterwissenschaft / Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Maxi Löhmann)

Histoire(s) du Cinéma. Oder: Was es heißt, zu wissen, dass man eine Geschichte hat. Vortrag im Rahmen der Vorlesung „Film und Geschichte“ (Konzeption: Prof. Dr. Hermann Kappelhoff, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)


SoSe 2015          

Einführung in die Filmtheorie (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)


WS 2015/16      

Einführung in die Filmanalyse (Ü, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Poetik des Einbrechens. Imagination von Arbeit und Kunst im Heist Film (HS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Die Polizei als poetisches Programm: The Wire (Vortrag im Rahmen der Vorlesung „Abseits des Kinos. Vom Fernseher zu Netflix“ (Konzeption: Dr. Tobias Haupts und Dr. Christian Pischel, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

 

SoSe 2016

Filmgeschichte (Übung): Les crimes du Monsieur Cinéma. Eine Geschichte des Kriminalfilms in Frankreich (Ü, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Filmische Welten (HS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

 

WS 2016/17

Einführung in die Filmanalyse (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Der Videoessay als Form (Ü [Master], FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

 

SoSe 2017

Cinepoetics Vorlesung – „Genre und Affekt“ (V, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft, gemeinsam mit Hermann Kappelhoff und Jan-Hendrik Bakels)

Filmtheorie (Übung): Genretheorien (Ü, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Der Mann mit der Kamera... und dem Schneidetisch und dem Projektor - Film und Geschichte nach Jean-Luc Godard (HS [Master], FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

 

WS 2017/18

Einführung in die Filmanalyse (PS, FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Film und Arbeit (HS [Master], FU Berlin, Seminar für Filmwissenschaft)

Genretheorie & Historische Genrepoetik

Filmtheorie und Politische Theorie nach Stanley Cavell

Audiovisuelle Expressivität, Gefühle und Konstruktionen von Geschichte und Gemeinschaft (Diss.)

Französischer Nachkriegsfilm

Berliner Schule

Geschichtlichkeit des Kinos nach Jean-Luc Godard

Audiovisuelle Konstruktionen des Klimawandels

Filmische Poetiken der Schuld. Die audiovisuelle Anklage der Sinne als eine Modalität des Gemeinschaftsempfindens, De Gruyter, Berlin/Boston 2017. (Cinepoetics 4)

 

Artikel:

Den Teufel im Leib und von der Geschichte betrogen: Le diable au corps, in: Hermann Kappelhoff, Bernhard Gross, Daniel Illger (Hg.): Demokratisierung der Wahrnehmung? Das westeuropäische Nachkriegskino, Vorwerk 8, Berlin 2010, S.212-227. --> pdf

Ein Gespenst geht um in Hannover. Die Filme Christian Petzolds und das heimgesuchte Leben; in: Zeitschrift für Fantastikforschung 1 (2011), No.1, S.44-70. --> pdf

(mit Hermann Kappelhoff) Film genre and modality. The incestuous nature of genre exemplified by the war film, in: Sebastien Léfait und Philipe Ortoli (Hg.): In praise of cinematic bastardy, Cambridge Scholar Publishing, Newcastle upon Tyne 2012, S.29-39.

„There’s still crime in the city.“ - The Wire als Netzwerkanalyse in Raum und Zeit, in: Thomas Morsch (Hg.): Genre und Serie, Wilhelm Fink, München 2015, S.195-218. --> pdf

Risse in der Landkarte der Moral im Westerngenre. Rechtsgefühle und ambivalente Gewalt in Clint Eastwoods Unforgiven, in: Hilge Landweer (Hg.): Recht und Emotion I, Verlag Karl Alber: Freiburg i.Br. 2016, S.423-449. --> pdf

Survival of Spaceship Earth. Die Imagination vom Ende nicht-menschlicher Natur, in: Winfried Pauleit, Rasmus Greiner und Delia Gonzáles de Reufels (Hg.): "Die Zukunft ist Jetzt", Bertz + Fischer, Berlin 2016, S.142-151 . --> pdf

(mit Hermann Kappelhoff) Das Kino und die ästhetische Refiguration gesellschaftlicher Austauschprozesse. Medienästhetische Neuordnungen des Verhältnisses von Affektivität und sozialer Lebenswelt bei Eisenstein und Vertov, in: Susanne Knaller und Rita Rieger (Hg.): Ästhetische Emotion. Formen und Figurationen zur Zeit des Umbruchs der Medien und Gattungen (1900-1930), Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2016, S.251-274.

Heroic Ordinariness after Cavell and Capra: Hollywood Cinema and Everyday Heroism in the Interwar Period and World War II, in: Simon Wendt (Hg.): Extraordinary Ordinariness. Everyday Heroism in the United States, Germany, and Britain, 1800-2015, Campus Verlag, Frankfurt a.M. 2016, S.167-184. --> pdf

(mit Hermann Kappelhoffund David Gaertner) The Poetics of Mobilization: GUNG HO!. In: mediaesthetics – Journal of Poetics of Audiovisual Images,No.1/2016. http://www.mediaesthetics.org/index.php/mae/article/view/41http://dx.doi.org/10.17169/mae.2016.41.

Zweifelhafte Subjekte. Detektive, Gangster und andere Münchner Utopisten des Gammelns, in: Hermann Kappelhoff, Christine Lötscher, Daniel Illger (Hrsg.): Filmische Seitenblicke. Cinepoetische Exkursionen ins Kino von 1968, S. 43–68. --> link

„It looks quiet.“ – „Yeah, too quiet. I don’t like it.“ - Die ‚verdächtige Stille’ im klassischen Genrekino, in: Jan-Hendrik Bakels, Michael Lück, Sarah-Mai Dang, Sarah Greifenstein und Hermann Kappelhoff (Hg.): Sound of Genre, Vorwerk 8, Berlin, in Vorbereitung.