Danny Gronmaier

Danny Gronmaier

Freie Universität Berlin

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Geschäftsführung

Adresse
Seminar für Filmwissenschaft
Kolleg-Forschungsgruppe Cinepoetics
Grunewaldstr. 35
Raum 034 (Anbau)
12165 Berlin

Projektbeschreibung: Zwischen vergangener Ewigkeit der Gemeinschaft und wiederholter Einzigartigkeit – Die Poetik und Historizität des US-amerikanischen Sportfilms

Denken wir an Sport, denken wir in Bildern. Sport und Bilder sind Medien, die an Körpern sich vollziehende und auf Körper bezogene Zeitlichkeiten herstellen. Dieses Verhältnis von verzeitlichten Körpern und verkörperten Zeitlichkeiten bildet den Grund jedweder Sport-Erfahrung und wird im Mediensport nicht nur dispositivisch gespiegelt/verdoppelt (Zuschauer von Zuschauern), sondern verkompliziert und selbst zum Gegenstand audiovisuellen Denkens. Dabei stellt insbesondere der US-amerikanische Sport-Spielfilm, mit seiner einerseits stark in der klassischen Mythologie verankerten Erzählweise und seinen andererseits die Narration eher suspendierenden Modi des Attraktionskinos, wiederum selbst eine spezifische audiovisuelle Idee von Zeit her.

Durch genaue Analysen des affektiven Verlaufs audiovisueller Zeitlichkeiten und deren Nachvollzug als Zuschauerwahrnehmung spürt die Arbeit dieser Herstellung nach und legt ihr politisches Moment frei, kann man sie doch als ein Denken von Zeit im Sinne einer amerikanischen Idee von Gemeinschaftsbildung und Geschichtsschreibung (des American Dream) nachvollziehbar machen. Diese Idee ist einerseits von der paradoxen Spannung zwischen momenthafter Gegenwart, zu gedenkender Vergangenheit und utopischer Unendlichkeit geprägt. Zum anderen adressiert sie eine Vorstellung von Subjektwerdung, die das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft nicht nur als Reziprozität, sondern auch und im Sinne ebenjener spezifischen Zeitlichkeit als einen Spannungsprozess zwischen Abhängigkeit und Emanzipation, zwischen Determinierung und Offenheit begreift.

Die Politik und Historizität des Sportfilms lässt sich dementsprechend an den Formen seiner audiovisuellen ‚Arbeit an der Zeit‘, im Sinne der Herstellung einer kristallinen (Nicht-)Zeit durch die Überlagerung von medialen Sport- und Film-Zeitlichkeiten, abtragen.

Danny Gronmaier ist seit März 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kolleg-Forschungsgruppe Cinepoetics – Poetologien audiovisueller Bilder. Nach einem Bachelorstudium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaft an der Universität Konstanz studierte er von 2010 bis 2013 im Masterstudiengang Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Von 2011 bis 2015 war er als Mitarbeiter am DFG-Projekt „Inszenierungen des Bildes vom Krieg als Medialität des Gemeinschaftserlebens“ beteiligt, bevor er das akademische Jahr 2015/16 als PhD-Austauschstudent an der University of Michigan in Ann Arbor verbrachte.

 

Danny Gronmaier arbeitet zurzeit an einem Dissertationsprojekt zu Zeitlichkeitsbildern und Affektivität im amerikanischen Sportfilm.

Freie Universität Berlin, Seminar für Filmwissenschaft

 

WS 2016/17               Electric Light Orchestration: Rockmusik und Film (PS)

SS 2015                     Sportfilm und Geschichtlichkeit (PS)

WS 2014/15               Einführung in die Filmanalyse (PS)

SS 2014                     Einführung in die Filmtheorie (PS, zus. mit Hanno Berger)

WS 2013/14               Genre und Gemeinsinn (HS, zus. mit Hermann Kappelhoff)

 

University of Michigan, Ann Arbor, German Department

 

WT 2016         German 232: Introduction to German film

FT 2015          German 101

Encountering Genre History on the Field of Dreams. The Sports Film and the Deep Temporality of the Poiesis of Film-Viewing. In: mediaesthetics Journal of Poetics of Audiovisual Images, No 3 (“Genre & Affect”), 2019. [Link

Ein Zyklus der Melancholie zwischen Flächigkeit und Tiefe. Steven Soderberghs SOLARIS. In: R. Brückner/B. Groß/M. Grotkopp/E. Rositzka (Hg.): Im Verwandeln der Zeit. Reflexionen über filmische Bilder. Berlin, S. 227-242.

Mädchen in der Grube. Bewegungsdynamiken zwischen Spiel und entfesselter Gewalt in Roger Fritz’ „Mädchen-Trilogie.“ In: H. Kappelhoff/C. Lötscher/D. Illger (eds.): Filmische Seitenblicke. Cinepoetische Exkursionen ins Kino von 1968. Berlin 2018, S. 339-366. (zusammen mit Regina Brückner) [Link]

Zur Geschichte des Studienfachs Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. In: K. Kubicki/S. Lönnendonker (Hg.): Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte der Freien Universität Berlin Bd. 7. Die Altertums- und Kunstwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Göttingen 2015, S. 101-122. (zusammen mit C. Pischel, C. Pogodda, D. Gaertner, T. Haupts)

THE WAR TAPES and the Poetics of Affect of the Hollywood War Film Genre. In: Frames Cinema Journal, Issue 7, 2015. (zusammen mit Cilli Pogodda)


Online-Analysen:

Analyse der Szene „Mountain Warfare“ (CBS News, 1968) auf der Online-Forschungsplattform Empirische Medienästhetik, 2015, http://goo.gl/Tvi0R4.

Analyse der Szene „Abschied“ (The Green Berets, 1967) auf der Online-Forschungsplattform Empirische Medienästhetik, 2014, http://goo.gl/L3vaX4.